Zecken: Gefahr mit acht Beinen

Veröffentlicht von Martina Bartl am

Zecken sind nicht nur für Menschen eine gesundheitliche Bedrohung, sondern auch für Pferde. Die achtbeinigen Blutsauger gehören zu den Spinnentieren und sind Ektoparasiten (Parasiten, die auf der Haut – also außen – ihres Wirtes leben). Sie sind ab fünf bis sieben Grad Celsius aktiv und lauern in Gebüschen oder Wiesen auf ihre Wirte, auf denen sie sich beim Vorbeigehen festkrallen.

Auf der Weide oder beim Ausritt kann dies also ganz schnell passieren. Einmal auf dem Wirt sucht sich der Blutsauger eine geeignete Stelle (spärlich behaarten, dünnhäutigen Körperpartien) zum Stechen. Der Stich der Zecke ansich ist nicht gesundheitsgefährdend, allerdings sind Zecken Überträger von Krankheiten.

Borreliose

Die häufigste ist Borreliose, die beim Pferd nur schwer zu erkennen und zu diagnostizieren ist. Erkrankte Pferde zeigen einen steifen Ganz bis hin zu Lahmheit, entzündende und geschwollene Gelenke können folgen. Leistungsabfall, Fieber und Appetitlosigkeit können ebenfalls ein Hinweis auf Borreliose sein. In seltenen Fällen kann zeigt das Pferd bei Fortgeschrittener Erkrankung auch Koordinations- und/oder Schluckschwierigkeiten, da es zu einer Störung des Zentralnervensystems kommen kann.

Der Gemeine Holzbock ist Hauptüberträger von Borreliose. (Foto © Erik Karits by pixabay)

In Österreich und Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) Hauptüberträger von Borreliose-Bakterien. Nach dem Stich einer infizierten Zecke muss es aber nicht zum Ausbruch der Krankheit kommen, nur wenige Pferde entwickeln tatsächlich Symptome.

Sehr selten, aber umso bedrohlicher: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Diese Viruserkrankung verläuft bei Pferden sehr schwer und hat eine hohe Mortalitätsrate.

Der beste Schutz: Absuchen

Damit es erst gar nicht zu einer Krankheitsübertragung kommt, ist am besten, Zeckenstiche zu vermeiden. Meist braucht die Zecke eine Zeit lang, bis sie den geeigneten Platz für einen Stich gefunden hat. Deshalb: Das Pferd nach dem Ausritt oder dem Weidegang gut nach Zecken absuchen.

Kommt es trotzdem zu einem Stich, ist es wichtig, den Parasit so schnell wie möglich zu entfernen. Zecken lassen sich am besten mit einer Zeckenzange entfernen. Zecken haben einen mit Widerhaken besetzten Stechapparat und sollten herausgezogen (nicht gedreht!) werden. Die Zecke nahe an der Haut fassen und langsam (es kann bis zu 30 Sekunden dauern, bis die Zecke sich löst) gerade herausziehen.

Mit den Fingern sollte eine Zecke nicht entfernt werden, denn dabei könnte die Zecke gequetscht werden und Krankheitserreger in den Stichkanal gedrückt werden. Die entfernte Zecke dann sorgfältig entsorgen: in hochprozentigen Alkohol (> 40 %), Chlorreiniger oder Desinfektionsmittel werfen bzw. mit einem festen Gegenstand zerdrücken. Sie im WC oder der Spüle zu entsorgen ist keine gute Idee: Zecken ertrinken nämlich nicht.

Wichtig:

Bei Hautveränderungen oder oben beschriebenen Symptomen nach einem Zeckenstich auf jeden Fall sofort den Tierarzt informieren!

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