Kolik-Falle Weide

Veröffentlicht von Martina Bartl am

Richtig Anweiden und Koliken vermeiden

Endlich: Nach der langen Winter-Gatschkoppel-Zeit ist die Weidesaison greifbar nah. Aber das erste Grün ist für Pferde nicht ungefährlich: Gerade der Anfang der Weidesaison ist eine schwierige Umstellungsphase für den empfindlichen Verdauungsapparat der Pferde.

Das junge Gras im Frühjahr (aber auch im Frühherbst) ist am rohfaserärmsten dafür aber am eiweiß- und energiereichsten. Dieses Verhältnis ändert sich erst im Hochsommer, wo das Gras durch den hohen Blütestand mehr Halme als Blätter hat und sich somit der Rohfaseranteil wieder etwas erhöht. Außerdem ist der unterschiedliche Fruktangehalt im Gras zu beachten – einen informativen Beitrag zum Thema Fruktan gibt’s hier: Fruktan: Mythen und Fakten über das Schreckgespenst

Viel Energie – wenig Rohfaser
Die verwertbare Energie bei rohfaserreichen Futtermitteln wie z.B. Stroh liegt bei nur rund 30 % – bei frischem Grünfutter bei bis zu 85 %. Allein diese beiden Zahlen verdeutlichen anschaulich die Gefahr, die im jungen Weidegrün liegt. Der Verdauungsapparat des Pferdes, der über die Wintermonate wasserarme und „schwer“ verdauliche Futtermittel mit hohem Rohfaseranteil (Heu, Stroh) gewohnt war, bekommt mit dem frischen Gras wasserreiches und „leicht“ verdauliches Futter. Ohne einer entsprechenden Umstellungszeit kann sich der Magen-Darmtrakt des Pferdes nicht umstellen, und es kann zu schweren Koliken kommen.

Deshalb ist es wichtig, dem Verdauungsapparat eine ausreichend lange Umstellungsphase zu gönnen – mindestens zwei Wochen vor der Umstellung auf die Grünkoppeln, das Pferd 10 – 15 Minuten (die Dauer kann im Laufe der 2 Wochen langsam gesteigert werden) an der Hand grasen lassen. Trotz der Vorbereitung mit dem Grasen an der Hand sollte der erste Koppelgang mit Grünfutteraufnahme nicht länger als 1 – 1,5 Stunden sein. Durchfall bis hin zu schweren Koliken können die Folgen von zu langen ersten Koppelgängen sein!

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