Johanniskraut: Giftpflanze auf dem Vormarsch

Veröffentlicht von Martina Bartl am

In den vergangenen Jahren häufen sich Heuproben mit Johanniskraut

Das Institut für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat in seinem Newsletter 01/2021 einen Interessanten Beitrag zum Thema Johanniskraut im Heu veröffentlicht.

Darin wird auf die Gefahr von Johanniskraut im Heu hingewiesen: Unter den heimischen Arten ist das Getüpfelte oder Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) das auf Magerwiesen und deren Rändern am häufigsten vorkommende, so dass in der Praxis von solchen Flächen gewonnenes Heu damit kontaminiert sein kann. Die in verzweigten Blütenständen aufrechten Blüten (Abb. 1 & 2) sind mit fünf gelben Kronblättern und zahlreichen Staubblättern ausgestattet und bilden zur Fruchtreife eine braune, konische Kapsel aus.

Die breit eiförmigen bis schmal-länglichen Blätter sitzen gegenständig am Stängel, der zumeist zwei schwache, gegenüberliegende Längsleisten aufweist. Die im Heu erhaltenen Teile des Johanniskrautes sind oft deutlich rotbraun (Abb. 3). Es fehlen zwar meistens die Blätter, der gegenständige Blattansatz und die Verzweigungen sind aber noch gut zu erkennen.

Über die Giftstoffe und Symptome ist zu lesen: Johanniskraut enthält phototoxische Napthodianthrone wie Hypericin, die systemisch wirken. Unter Lichteinfluss bilden betroffene Tiere an den nicht pigmentierten Hautstellen Entzündungen mit Rötungen, Ödemen und Läsionen aus. Es besteht die Gefahr von Sekundärinfektionen. Abhilfe schafft Absetzen des kontaminierten Futters und die Haltung im Stall.

Den gesamten Newsletter gibt’s hier: www.vetmeduni.ac.at

Text und Fotos: Institut für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe der Veterinärmedizinischen Universität Wien | Newsletter 01/2021 der 

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